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Ein langer Weg: 500km nach Kreuznach mit Morbus Bechterew

22 Dienstag, 6.06.2017

Ich heiße Phyllis Struck, wohne in Campemoor zwischen Osnabrück und Bremen in Niedersachsen und werde im Sommer 40 Jahre alt. Ich habe Morbus Bechterew und wurde im Jahr 2011 an der Wirbelsäule operiert. Ich laufe zu Fuß von Campemoor nach Bad Kreuznach zur Karl-Aschoff-Klinik. Start meiner Wanderung ist der 04. Juni, Pfingstsonntag.  Die gesamte Strecke von Campemoor nach Bad Kreuznach, überwiegend auf dem deutschen Jakobsweg, beträgt ca. 500 km. Die Reise geht über Osnabrück, Münster, Dortmund, Köln, Bonn, Koblenz und Bingen, insgesamt sind es 29 Etappen. Jeweils nach 100 km mache ich einen Tag Pause. Wenn alles so klappt wie geplant, bin ich am 06. Juli in Bad Kreuznach.

Ein langer Weg: 500km nach Kreuznach mit Morbus Bechterew

Unsere langjährige Patientin Phyllis Struck macht sich zu Fuß auf den Weg zur ACURA Karl-Aschoff-Klinik in Bad Kreuznach und wir begleiten sie dabei. In den kommenden Tagen und Wochen lesen Sie hier regelmäßig Updates über die Wanderung, können Frau Strucks Geschichte mit Morbus Bechterew verfolgen und bekommen kleine Einblicke in die 500km durch Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Wir freuen uns darauf, Frau Struck im Juli bei uns in Empfang zu nehmen.

 

Sonntag, den 04. Juni 2017 – Es geht los

Heute war ein sehr anstrengender Tag. Meine Füße haben wirklich viel geleistet. Alle Muskeln und Bänder dort unten haben sich über die lange Strecke und das große Gewicht beschwert. Aber außer Fußschmerzen hatte ich keine Probleme, vor allem auch keine Rückenschmerzen.

Mein Rucksack ist schwerer geworden als ich dachte. Und die Strecke war auch etwas länger als angekündigt. 27,84 km sagt das Navi. Ich hatte überraschenderweise Begleitung von meiner Freundin aus Neuenkirchen, sie war mir eine sehr gute Motivationshilfe.

Geschaffte Kilometer: 27,84km 

   

1: Kilometer 0- Es geht los! / 2: Kurioses vom Wegesrand #1: Pferdeparkplatz in Evinghausen / 3: Kurioses vom Wegesrand #2: Ein Ufo? Ein Roboter? Eine Bremsenfalle! Sie hält den vielen Pferden in der Region die lästigen, blutsaugenden Bremsen vom Hals.

Montag, den 05. Juni 2017

Ich bin nicht ganz so erschöpft wie gestern, aber meine Füße waren ziemlich bald schon sehr müde. Das wurde über den Tag etwas besser so dass ich insgesamt zurecht gekommen bin und glaube, dass es in den nächsten Tagen besser wird.

Heute haben wir auf dem Jakobsweg Reiner und Brigitte Gauß getroffen, die von Freiburg nach Kiel wandern. Mehr über diese Aktion „Herz auf Reisen“ für herzkranke Kinder unter  https://www.bvhk.de/category/herz-auf-reisen-2017/.

Geschaffte Kilometer: 17km

   

1: Natruper Mühle / 2: Der Jakobsweg in Hagen am Teutoburger Wald / 3: Kurioses am Wegesrand #3: Bunte Hühner in Leeden

Dienstag, den 06. Juni 2017

Heute bin ich 21,2 km auf dem Jakobsweg gegangen bis nach Ladbergen. Zu Beginn der heutigen Etappe war ich guten Mutes, dass es meinen Füßen heute besser geht. Die Bewegung fiel mir leichter als an den anderen Tagen, und ich hatte das Gefühl schneller zu laufen. Ich hatte bestes Wanderwetter: viel frischen Wind, etwas Sonne und wenig Regen.

1: Der Jakobsweg zwischen Leeden und Ladbergen / 2: Mühlenbach bei Ladbergen

Geschaffte Kilometer: 21,2km

Mein Weg #1

Mein Beruf ist Psychologin. Als ich 6 Jahre alt war, gründete meine Mutter ein Kinderheim, den Kinderhof Campemoor. Das Dorf Campemoor ist geprägt von Landwirtschaft und liegt im großen Moor zwischen Osnabrück und Bremen. Wir haben und hatten immer Pferde, Hunde und Katzen. Momentan ist in unserem Stammhaus (es gibt mittlerweile noch weitere) eine intensiv betreute Kindergruppe mit 8 Plätzen untergebracht. Im Dachgeschoss wohnen die jungen Erwachsenen, die schon in der Verselbstständigung sind. Meine Mutter und ich wohnen auf dem Gelände des Kinderhofs. Aus Interesse an der Arbeit mit diesen Kindern mit ihren verschiedenen Entwicklungs- und Verhaltensstörungen habe ich nach dem Abitur Psychologie studiert. Auch in dieser Zeit habe ich immer in Campemoor gewohnt.

 

Mittwoch, den 07. Juni 2017

Angekommen im Yachthafen Fuestrup nach 14 km. Es war wieder sehr anstrengend. Ich hatte gestern Abend auf Kohlenhydrate verzichtet, zu wenig geschlafen und heute viel zu wenig Wasser getrunken. Drei Fehler, aus denen ich noch lernen muss. Das Wetter war eher schlecht: sehr windig und nass. Mein Kollege aus Ostbevern hat mich vom Dortmund-Ems-Kanal abgeholt. Ich darf in seiner Familie übernachten. – Danke an die Familie H. aus Ostbevern!

 

 

 

 

 

1: Yachthafen Fuestrup

Geschaffte Kilometer: 14km

Mein Weg #2

Mit 6 Jahren kam ich in die Grundschule im Nachbarort Vörden. Schon meinen Mitschülern fiel auf, dass ich übergewichtig war. Vor dem Hintergrund der Besonderheiten der Kinder, mit denen ich zusammen lebte, und der permanenten Beobachtung und Aufklärung über pädagogisches Handeln im Laufe der Jahre waren die Hänseleien mancher Schüler zu ertragen, zumal ich in allen anderen Fächern außer in Sport eine gute Schülerin war. Allerdings war ich wirklich immer zu dick. Bewegung und Sport fielen mir schwer und ich habe mit zunehmendem Alter nicht die nötige sportliche Disziplin entwickelt, um abzunehmen. Meine Mutter und Großmutter sprachen aus Erfahrung, indem sie immer sagten: „Das wächst sich raus, mit 15 bist du wieder schlank.

 

Donnerstag, den 08. Juni 2017

Ich bin gut angekommen in Münster. Weitere 15 km sind geschafft. Ich habe mir in Münster im Zentrum etwas Zeit genommen und ausgiebig Pause gemacht, Eis gegessen und einige Besorgungen gemacht. Ich habe ein schönes Zimmer ganz im Süden der Stadt.

 1: Dortmund-Ems-Kanal – 9km geradeaus / 2: Fahrrad- und Universitätsstadt Münster / 3: Dominikanerkirche Münster

Geschaffte Kilometer: 15km

Mein Weg #3:

In der 11. Klasse konnte ich zum ersten Mal wegen Entzündungsschmerzen im unteren Rückenbereich (später wusste ich, dass es die Ileosakralgelenke waren) nicht am Sportunterricht teilnehmen. Ich ging zum Arzt und bekam Schmerztabletten.

 

Freitag, den 09. Juni 2017

Ich grüße heute die Sängerinnen und Sänger der Marienkantorei Osnabrück (www.musikanmarien.de) und unseren Chorleiter Carsten Zündorff. Während ich wandere, verpasse ich ein großes Konzertprojekt, auf das sich die Marienkantorei und mehrere andere Chöre in Osnabrück mit dem Sinfonieorchester gerade vorbereiten. Aufgeführt wird „Jeanne d’Arc au Bucher“, ein dramatisches Oratorium in elf Szenen von Arthur Honegger (1892–1955). Es sollen zwei Konzerte in der Stadthalle Osnabrück stattfinden, und zwar am Sonntag, dem 11. Juni und Montag, dem 12. Juni 2017. Ich wünsche allen Musikern ganz viel Spaß an dieser gigantischen und besonderen Musik, viel Erfolg und Durchhaltevermögen bei den letzten und wichtigsten Proben und schließlich zwei wundervolle Konzerte!

Geschaffte Kilometer: 0km – heute ist Pausen-Tag!

Mein Weg #4:

Im Sommer 1994 veranstalteten wir mit den Kindern wieder (wie jedes Jahr) einen Wanderritt. D.h. zwei Wochen lang von Quartier zu Quartier mit den Pferden reiten und im Zelt schlafen. Ich kann mich erinnern, dass ich ein dickes Auge hatte und mit Sonnenbrille reiten musste. Es war eine Regenbogenhautentzündung (Iritis), die zum rheumatischen Symptomkreis gehört und bei Bechterew – Patienten häufig auftritt. Diese Augenentzündungen kamen spontan immer wieder mal vor.

 

Samstag, den 10. Juni 2017

Heute bin ich gut in Rinkerode angekommen. Meinen Füßen gingen es heute besser, sie haben sehr gut durchgehalten.

 

 

 

1: Brunnen in Münster-Hiltrup / 2: Libelle am Hiltruper See / 3: Fußgängerunterführung in Rinkerode

Geschaffte Kilometer: 13 km

 

Sonntag, den 11. Juni 2017

Heute bin ich gut in Herbern angekommen. Es gab nicht viel Bemerkenswertes zu sehen. Allerdings ist mir aufgefallen, dass den Menschen der Jakobsweg hier bewusster ist als beispielsweise in Osnabrück. Gestern und heute habe ich erstmals andere Jakobspilger getroffen. Ich  wurde sogar mit „Bon camino“ gegrüßt von vorbeifahrenden Radfahrern. Ein Bauernhof hat eine Bank an die Straße gestellt mit einer Information für die Pilger und der Entschuldigung dass sie mit den großen Maschinen die Straße befahren.

 

 

Geschaffte Kilometer: 16,4 km

 

 

 

Montag, den 12. Juni 2017

Jetzt bin ich in Werne, zwischen Münster und Dortmund. Ich bin 13,3 km gelaufen. Das war etwas mehr als geplant, da ich einen Abstecher zum Schloss Westerwinkel gemacht habe. Mir ist es sehr gut ergangen, und ich bin gut voran gekommen. Wieder hatte ich bestes Wanderwetter, etwas Sonne und frischen Wind. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich insgesamt ca. 2 km auf Schotter- und Waldwegen laufen durfte. 

Heute haben mich einige Grundschulkinder in Werne mit großen Augen angeschaut. So viele Wanderer wie mich hatten sie scheinbar noch nicht gesehen. Sie haben gestaunt, dass man den Jakobsweg bis nach Spanien laufen kann. Sie waren sehr interessiert und wollten wissen ob ich ganz alleine gehe, wo ich herkomme und wo ich schlafe. Jetzt habe ich noch Zeit um in die Stadt zu gehen. Es gibt einen beschaulichen historischen Ortskern.

        

1: Historischer Stadtkern von Werne / 2: Stempelstelle für Jakobspilger / 3: Schloss Westerwinkel bei Herbern

Geschaffte Kilometer: 13,3km

Mein Weg #5:

Der nächste Schub von Entzündung kam nach dem Abitur 1996. Wieder erinnere ich mich, dass ich in den großen Ferien mit der Kindergruppe auf dem Pferd unterwegs war, aber Schmerzen beim Aufsteigen, Absteigen, beim Sitzen, vor allem nachts im Zelt beim Liegen hatte. Ich ging zum Arzt und bekam zum erstem Mal Krankengymnastik zusätzlich zum Schmerzmittel.

 

Dienstag, den 13. Juni 2017

Ich bin heute nach 15,9 km in Lünen angekommen. Meinen Füßen ging es gut, sodass ich weite Strecken (für meine Verhältnisse) ziemlich flott laufen konnte. Ich habe mich im mittleren Drittel der Strecke sehr über die schönen Waldwege gefreut. So macht Wandern richtig Spaß! An einer Stelle musste ich einige Viehweiden durchqueren. Auf der Infotafel über die Schottischen Hochlandrinder stand, dass diese friedlich seien! Es waren aber gar keine da. Am Ende der Waldstrecke habe ich das Schloss Cappenberg besucht, ca. 5 km vor Lünen. Vor lauter prächtigen Bäumen konnte man kaum ein Foto von den Gebäuden machen. Ich bin auf einen Aussichtsturm geklettert. So konnte ich schon einige Industrieanlagen in der Ferne sehen. Der Cappenberger See am Ortseingang von Lünen war sehr reizvoll, ansonsten bin ich die letzten 5 km wieder an der Straße gegangen.

         

                                                                                                 Geschaffte Kilometer: 15,9km

1: Persiluhr in Lünen / 2: Lippe bei Lünen / 3: Bewohner von Schloss Cappenberg / 4: Schloss Cappenberg / 5: Cappenberger See

 

Mein Weg #6:

Danach bin ich kaum noch aufs Pferd gestiegen. Nach dem Abitur begann ich mein Psychologie-Studium. Kurz vor dem Schulabschluss hatte ich angefangen, Tanzstunden zu nehmen. Ich ging sechs Jahre lang regelmäßig zum Tanzunterricht, meine einzige Form von sportlicher Betätigung überhaupt. Übergewichtig war ich immer noch und immer mehr, Schmerzen im unteren Rücken, quasi im Gesäß, in den Ileosakralgelenken bzw. Kreuzdarmbeingelenken, wie ich heute weiß, gab es beim Gehen, nach längerem Sitzen, auch beim Tanzen manchmal, vor allem aber beim Hinlegen, Aufstehen und beim Umdrehen von Rückenlage in Seitenlage. Meine Physiotherapeuten können ein Lied davon singen. Die Schmerzen, die zunehmende Verkrümmung und auch der Zeitaufwand für die ersten Prüfungen des Studiums ließen mich das Tanzen aufgeben.

 

Mittwoch, den 14. Juni 2017

Heute bin ich nach 20,4 km in Dortmund angekommen. Ich bin ca 3 bis 4 km über das Zentrum hinaus, sodass ich schon einen großen Teil der Stadt gesehen habe. Aus Lünen heraus war es recht langweilig, wieder ländlich und nur an der Straße entlang. Der erste Stadtteil, Brechten, war ein gepflegtes Dorf mit sehr alter Kirche. Ein Mann wollte mir etwas zu trinken anbieten, aber da ich erst 5 km hinter mir hatte, wollte ich keine Pause machen. Über die A2 und durch ein nördliches Randgebiet der Stadt gelangte ich in den Süggel, ein schöner Wald und Naturschutzgebiet. Dann noch einige Parkanlagen und begrünte Fuß- und Radwege, dann ging ich durch Geschäftsstraßen, ganz verschiedener Bevölkerungsstrukturen bis zum Signal Iduna Sportpark. Im Zentrum habe ich mir eine ausgiebige Pause gegönnt. So haben meine Füße und Beine bis zum Schluss gut durchgehalten.

 

 

 

 

1: Ölraffinerie am Ortsausgang Lünen / 2: Rosenterrassen im Signal Iduna Park / 3: Steinerner Turm an der Kongresshalle / 4: Kirche in Brechten / 5: Park im nördlichen Dortmund

Geschaffte Kilometer: 20,4 km

Mein Weg #7:

Während des Studiums haben das Lesen, Schreiben und Lernen in gebeugter Sitzhaltung, bzw. Schonhaltung ihren Teil zu der fortschreitenden Verkrümmung beigetragen. Ich nahm es zunächst hin, dass ich nachts Schmerzen hatte und morgens nicht gut aufstehen konnte. Es dauerte ein bis zwei Stunden, bis ich mich nach dem Aufstehen gut bewegen konnte.

 

Donnerstag, den 15. Juni 2017

Nach 19,97 km in Herdecke angekommen: Auf meinem Weg waren heute viele Park- und Kleingartenanlagen, und auch Waldwege waren dabei. Das war sehr schön, zumal heute ein warmer Tag war und ich hauptsächlich im Schatten laufen durfte. Im Rombergpark fragte mich ein orientalisch anmutender älterer Herr , wo ich hinginge und ob ich alleine sei. Er war nicht interessiert an meiner Wanderung sondern suchte eine Freundin! Dann führte der Weg noch ein wenig durch Dortmund, danach zum Mahnmal Bittermark, einer Gedenkstätte für Mordopfer der Nazis im dritten Reich. Nächstes Ziel war die Burgruine Hohensyburg. Der Abstieg runter zum Hengsteysee war steil und gefährlich. Weil ich mir die Stelle vorher schon angeschaut hatte, wusste ich, dass ich es schaffen kann. Die letzten 5 km geradeaus waren mir sehr lästig. Der Rucksack fühlte sich sehr schwer an und ich hatte keine Lust mehr. Ein Eis hat sehr geholfen! Auf dem letzten Kilometer setzte das erwartete Gewitter ein, sodass ich nass und zerzaust im Hotel ankam! Insgesamt ein interessanter Tag. Morgen ist Pause in Herdecke.

 

 

 

 

 

1: Burgruine Hohensyburg / 2: Hengsteysee / 3: Mahnmal Bittermark / 4, 5 und 6: Im Rombergpark

 

Geschaffte Kilometer: 20 km

 

 

Freitag, den 16. Juni 2017

Mein Weg #8:

Im Jahr 2003, als alle Prüfungen vorüber waren und nur noch die Diplomarbeit vervollständigt werden musste, ging ich endlich zum Orthopäden. Dieser schöpfte Verdacht auf Morbus Bechterew, der dann im Frühjahr 2004 bestätigt wurde.

 

Samstag, den 17. Juni 2017

Heute bin ich 19,5 km von Herdecke nach Gevelsberg gelaufen. Ich durfte dabei überwiegend im Wald gehen, allerdings immer rauf und runter. Ich habe heute richtig trainiert für die Berge! Geradeauslaufen fällt mir schon relativ leicht, bergauf muss ich aber langsamer gehen, bergab auch! Insgesamt habe ich heute 10 Stunden gebraucht. Leider haben meine Füße wieder gelitten, da ich die Wanderschuhe gewechselt habe. Die ersten hatten nicht mehr viel Profil.
Ich hatte wieder einige Begegnungen mit interessierten und sehr warmherzigen Menschen. Eine Frau hat mir gleich zu Anfang eine Abkürzung genannt, die mir ca. 2 km eingespart hat. Kurz vor dem Ziel ist mir noch ein schönes Café empfohlen worden, wo ich dann auch noch eine kleine Pause eingelegt habe. So summieren sich zwar die Pausenzeiten, so ist es aber auch gut zu schaffen. Bis auf die Druckstellen haben sich auch die Muskeln und Bänder der Füße schon viel besser auf die Belastung eingestellt. Interessant zu sehen war heute nicht viel, überwiegend schöne Waldwege, ein paar Kleinigkeiten am Weg. Ich habe viele Spuren von Wildschweinen gesehen, die die Ränder und Mittelstreifen der Wege nach Wurzeln durchwühlt haben.

    

1: Rangierbahnhof Hagen-Vorhalle / 2: Pfad über die Felder nach Hagen-Haspe / 3: Wildschweinspuren / 4: Die Übeltäter später im Wildpark 😉 / 5: Pausenplatz „Nimm dir Zeit“

Geschaffte Kilometer: 19,5 km

 

Ich grüße meine Hündin Bella, die im Moment in der Obhut meiner Mutter und allen anderen Kinderhof-Bewohnern ist. Sie muss auch sechs Wochen lang auf mich verzichten und wird daran gehindert, auf mich aufzupassen, was für sie ihre Lebensaufgabe darstellt. Sie ist mittlerweile fast 17 Jahre alt – uralt für einen Labrador-Mischling -, wer hätte gedacht, dass sie in diesem Sommer immer noch unter uns ist!

 

Sonntag, den 18. Juni 2017

Heute bin ich von Gevelsberg 14,66 km nach Wuppertal gelaufen. Die Stadt Schwelm lag genau dazwischen. Es war eine sehr schöne Strecke heute. Sowohl aus Gevelsberg heraus als auch aus Schwelm musste ich lange und steile Strecken bergauf gehen. Ist eigentlich gar nicht so schlimm wie bergab, kostet nur viel Zeit. Heute gab es viele schöne Wege und Ausblicke ins Bergische Land. Überschattet war der schöne Tag durch Schmerzen an den Füßen, denn meine gewechselten Wanderschuhe drücken sehr. Zeitweise habe ich meine Stoffschuhe angezogen, in der Stadt zum Beispiel. Morgen muss ich eine Lösung finden, um weiter zu kommen.

      

1: Oberhalb von Gevelsberg / 2: Haus Martfeld in Schwelm / 3: Die Wupper

Geschaffte Kilometer: 14,66 km

 

Montag, den 19. Juni 2017

Ich bin jetzt nach 22,4km in Wermelskirchen angekommen. Es war ein schöner Weg, aber meine Füße sind wund und die Schuhe drücken immer noch . Zwei Druckstellen sind weniger, da ich gestern morgen zuerst nach Wuppertal in die Innenstadt gefahren bin (mit der Schwebebahn übrigens), und in einem Schuhgeschäft meine Wanderschuhe kostenlos behandelt wurden. Danach bin ich mit dem Taxi zum Startpunkt der Etappe gefahren und konnte erst um 11 Uhr loslaufen. Es war fast 22 Uhr als ich ankam. Im Moment glaube ich, dass ich die Schuhe nicht mehr anziehen kann. Mal sehen ob ich in Wermelskirchen neue Schuhe bekommen kann…

1: In Wuppertal-Beyenburg geht es los / 2: Kletterpartie / 3: In Lennep gibt es Unterstützung für die Pilger / 4: Die Eschbachtalsperre, Deutschlands erstes Trinkwasserreservoir

Geschaffte Kilometer: 22,4 km

Mein Weg #9:

Danach der erste Kontakt zum Facharzt für Rheumatologie, Dr. Gauler in Osnabrück, der die Karl-Aschoff-Klinik persönlich kannte und mich dorthin überwies. Meine erste Reha in dieser Klinik absolvierte ich im Dezember 2005 / Januar 2006. Gehen und Stehen waren schon schwierig, besonders Hinlegen auf den Boden war gar nicht möglich.

 

Dienstag, den 20. Juni 2017

Ich habe heute morgen neue Schuhe gekauft. Jetzt ist mehr Platz für die Zehen. Nur der Kleine links tat noch sehr weh. Ich habe das 10 km ausgehalten, dann habe ich eine Schmerztablette genommen. Der Weg war heute wieder wunderschön, 16 km fast nur am Bach entlang, da ist es so schade wenn ich die ganze Zeit meine Aufmerksamkeit beim kleinen Zeh habe! Ich bin jetzt in Altenberg, bekannt für den Altenberger Dom. Die Entfernung betrug ca 16,2 km. Die Hitze war im Wald gut auszuhalten. Übrigens habe ich jetzt die Hälfte aller Etappen geschafft.
     

1: Start des Wanderwega am Eifgenbach / 2: Eifgenbach / 3: Ein Bachbewohner / 4: Ein Bachanwohner / 5: Märchenwald in Altenberg / 6: Der Altenberger Dom

Geschaffte Kilometer: 16,2 km

Mein Weg #10:

Im Jahr 2007 verordnete mir Prof. Schwarting das Medikament Humira. Dies war für mich ein deutlicher Fortschritt, denn die Entzündungsschmerzen wurden weniger. Schmerzen in den ISG bei vielen Bewegungen hatte ich aber immer noch. Von da an war ich beinahe in jedem Jahr in der Reha in Bad Kreuznach.

 

Mittwoch, den 21. Juni 2017

Ich bin insgesamt 22,15 km nach Köln gelaufen. Nach den ersten 3km bin ich in Odenthal zum Arzt gegangen, um meinen linken kleinen Zeh professionell versorgen zu lassen, dessen Blase jetzt offen ist. Danke an Dr. Roggendorf!
Es war heiß heute, aber zu Anfang hatte ich viel Schatten und sogar kühle Luft in herrlichem Wald. Ich konnte gut laufen, denn durch die Schmerzmittel habe ich von der Wunde am Zeh kaum was gemerkt. Hart waren die 7 km Straße vom Stadtrand  von Köln bis zum Rhein und dann noch 5 km am Rhein entlang bis zum Quartier. Die Sorge um den Zeh und um meinen Zeitplan macht mir im Moment Stress. Morgen ist Pause, ich hoffe, danach geht es wie geplant.

1: Schloss Strauweiler in Odenthal / 2: Dhünnwald bei Schildgen / 3: Köln 4: Kölner Dom und Hohenzollernbrücke

Geschaffte Kilometer: 22,15 km

Mein Weg #11:

Im Jahr 2009 empfahl mir Dr. Weiß, der als Stationsarzt für mich zuständig war, eine Aufrichtungsoperation. Ich sollte mal darüber nachdenken. Er gab mir einige Adressen von Kliniken und Ärzten, die diese Art von Operation durchführen. Diesen Gedanken habe ich ein Jahr lang erst einmal verdrängt. Im Februar 2010 griff ich den Gedanken wieder auf, denn meine Lebensqualität wurde nicht besser, die Verkrümmung schritt fort, geradeaus schauen konnte ich nur noch mit Mühe, wenn ich in die Knie ging. Stehen ohne anzulehnen ging gar nicht mehr, Laufen war sehr anstrengend, sodass ich jegliche Bewegung zu Fuß wenn möglich vermied. Während meiner Aufenthalte in Bad Kreuznach fing ich immer wieder von vorne an, mit Walking-Stöcken in meiner freien Zeit zu gehen, und war stolz, wenn ich zwei Kilometer mit viel Pausen geschafft hatte.

 

Donnerstag, den 22. Juni 2017

Geschaffte Kilometer: 0 km – heute ist Pausentag in Köln!

Mein Weg #12:

Ich schrieb also die verschiedenen Ärzte an und fragte nach den Möglichkeiten einer Kontaktaufnahme. Ich entschied mich für Dr. Meister in Cuxhaven, der mich am 24. August 2011 schließlich operierte.

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Kommentare22)
Annerose Ruppert2017 June 6Reply
Hallo Phyllis, ich bewundere Dich für Deinen Mut und wünsche Dir viel Glück und immer liebe Menschen an Deiner Seite. Auch ich will mich auf den Weg machen, aber erst 2019, wenn ich in Rente gehen. Bis dahin muss ich noch an meiner Fitness arbeiten, sie erhalten. Ich begleite Dich in Gedanken. LG Annerose
Phyllis Struck2017 June 7Reply
Hallo Annerose, Vielen Dank für Deine Anteilnahme und gedankliche Begleitung. Bisher habe ich nur nette Menschen getroffen, sowohl in den Quartieren als auch auf dem Weg. Zum Trainieren habe ich mehrere Freunde und Kollegen zu Fuß besucht. Das gab mir eine besondere Motivation und es gab Gelegenheit zum anschließenden Beisammensein. Ich wünsche also Dir viel Spaß bei den Vorbereitungen für Dein Wanderprojekt! Liebe Grüße, heute Morgen aus Ladbergen, Phyllis
Annelie Diehl2017 June 7Reply
Hallo Phyllis, ich finde es super was du da machst ind werde es verfolgen wie dein Weg nach Bad Kreuznach verläuft. Freue mich dann dich am 14. Juli zu sehen.Toi toi toi weiterhin LG Annelie
Phyllis Struck2017 June 9Reply
Hallo liebe Annelie, Danke für die Begleitung ! Ich freue mich auch sehr auf die Zeit in Bad Kreuznach und auf ein Wiedersehen. Bis bald also....😀
Monika Walbrunn2017 June 7Reply
Hey Phyllis, klasse Idee- wir sind stolz auf dich! Du hast die anstrengenden Therapieeinheiten hier gut durchgehalten, dann schaffst du auch diese Wanderung :-) die Physiotherapeuten der Karl Aschoff Klinik
Phyllis Struck2017 June 9Reply
Hallo Monika, ich denke an Euch und freue mich, Euch alle bald wieder zu sehen. 95 km habe ich schon hinter mir, und heute mache ich zum ersten Mal Pause. Ich gehe zur Massage und mache eine Stadtrundfahrt mit dem Bus. Liebe Grüße an alle Therapeuten und bis bald 😀
Rüdiger Schäfer2017 June 7Reply
Hallo Phyllis, du weißt ja wie sehr ich deine Aktion bewundere ...hoffe dass du weiterhin gute Bedingungen hast und deine Füße dich noch weit tragen 😊 Grüße von Rüdiger
Phyllis Struck2017 June 9Reply
Hallo Rüdiger, .... und Du weißt ja wie sehr ich Dir dankbar bin, dass Du mich nach der Operation wieder so fit gemacht hast 👍 Liebe Grüße aus Münster und bis bald 😀
Gunnar Herzog2017 June 9Reply
Liebe Phyllis, wir hoffen, dass du weiterhin ganz viele positive Eindrücke bekommst. Wir denken an dich und drücken dir die Daumen. Deine Physiotherapeuten und Freunde aus der Heimat Anke und Gunnar Herzog
Phyllis Struck2017 June 9Reply
Hallo liebe Familie Herzog, Mit so vielen positiven Gedanken und guten Wünschen kann es nur gut gehen. Ich werde viele Fotos mitbringen und Euch ausgiebig berichten 😀 Liebe Grüße aus Münster
Christian Blank2017 June 9Reply
Hallo Phyllis, herzliche Glückwünsche zum Erreichen des ersten Etappenziels 👍 Im Namen des Teams Stemshorn wünsche ich dir auf deinem weiteren Weg Ruhe und Kraft. Die größte Belohnung wird in Bad Kreuznach auf dich warten. Liebe Grüße, Christian
Phyllis Struck2017 June 12Reply
Hallo Christian, Belohnungen sind für mich momentan ein weicher Waldweg, sodass ich nicht auf hartem Asphalt laufen muss, eine Pausenbank zum richtigen Zeitpunkt, Sonne und Wind (nicht Hitze), ein schönes Zimmer mit einem bequemen Bett zum Ausruhen und natürlich gutes Essen und Trinken in schöner Atmosphäre. Belohnungen sind auch alle Grüße und guten Wünsche von bekannten und auch von fremden Menschen auf meinem Weg. Insofern werde ich jeden Tag belohnt, und das gibt mir sehr viel Kraft und Freude🤣 Die größte Antriebskraft kommt natürlich aus Bad Kreuznach, und ich freue mich riesig auf alles und alle, die mich dort erwarten...... Danke für Deine Hilfe bei den Vorbereitungen 👍. Liebe Grüße nach Stemshorn und an die Kollegen, heute aus Werne!
Karin Bei der Kellen2017 June 14Reply
Hallo liebe Phyllis, auch wir begleiten Dich gedanklich auf Deiner langen Wanderung. Wir wünschen Dir dabei Freude am Laufen, Freude an der Landschaft und den Begegnungen, die ja doch unerwartet passieren. Wir denken an Dich. Liebe Grüße von Konrad und Karin
Phyllis Struck2017 June 15Reply
Hallo liebe Karin, ich bin schon sehr gespannt auf die Strecken, die noch vor mir liegen. Ab heute gibt es mehr Wald... und auch mehr Steigungen. Ich freue mich, dass Ihr alle mich so aufmerksam begleitet! Lieben Dank und viele Grüße, heute Morgen aus dem Signal Iduna Park in Dortmund!
Gabriele Rösch2017 June 15Reply
Hallo liebe Frau Struck, so ein positiv denkender Mensch wie Sie bewundere ich. Ich wünsche Ihnen auf Ihrem Weg nur schöne Erlebnisse und Begegnungen, keine Stolpersteine, die Sie daran hintern voranzukommen. Wir freuen uns auf Sie. Alles Liebe.
Phyllis Struck2017 June 16Reply
Hallo Frau Rösch, bisher habe ich alle Schwierigkeiten überwunden und bin auch über die Ruhrsteilhänge unterhalb der Ruine Hohensyburg in Dortmund erfolgreich abgestiegen. Heute ist schon mein zweiter Pausentag, und ich habe jetzt 194 km geschafft. Liebe Grüße aus Herdecke!
Christiane2017 June 17Reply
Hallo Phyllis! Ein toller blog und eine beeindruckende Leistung! Weiter viel Spaß, Kraft und positive Erlebnisse! Viele Grüße aus Osna!:-)
Hans-Jürgen Struck2017 June 21Reply
Liebe Phyllis, obwohl wir in engem Kontakt stehen, möchte ich Dir auch einen Kommentar schreiben, weil Du heute in Altenberg die Hälfte Deiner Etappen absolviert hast. Zu diesem 'Bergfest' möchte ich Dir herzlich gratulieren! Du hast schon die halbe Strecke geschafft und dabei eine Menge Schmerzen, Mühen und andere Widrigkeiten klaglos weggesteckt. Du machst ein ganz tolles Ding! Und Du ziehst es ganz alleine durch! Dafür gebührt Dir großer Respekt, Bewunderung und Anerkennung! Du beweist viel Mut, Kraft, Energie und Ausdauer, die wohl alle Zweifler verstummen lassen. Daraus schöpfst Du aber jeden Morgen wieder neue Motivation, Deinen Weg zielstrebig weiterzugehen. Dass Du die interessierte Öffentlichkeit offen und ehrlich an Deiner Geschichte und an Deinem Konzept teilhaben lässt, ist außergewöhnlich, interessant und sehr sympathisch. Ich wünsche Dir weiterhin (möglichst schmerzfreie) abwechslungsreiche Wanderetappen mit schönen Landschaftsimpressionen und mit hoffentlich spannenden Erlebnissen und Begegnungen. Geh' Deinen Weg unbeirrt weiter. Ich begleite Dich in Gedanken bis Bad Kreuznach. Dein Papa
Du weißt schon wer2017 June 21Reply
Liebe Phyllis ich habe gestern auf dein Bergfest ein Bier getrunken. Auch ich denke mehrmals täglich an Dich. Ich bewundere auch Deine Ausdauer und Zielstrebigkeit. Wir kennen uns nun schon so lange und ich weiß dass du manchmal körperlich sehr kämpfen musst.Trotzdem leidet die Moral nicht!!! Hut ab!!!!
Eberhard Laug2017 June 22Reply
willkommen in Kölle: Wer sich hier stärkt, schafft auch alles Weitere! Dafür alles Gute Ebi
Phyllis Struck2017 June 22Reply
Danke sehr für alle Grüße und guten Wünsche, ich werde dann noch ein kölsches Bier trinken und mich und meinen Zeh mit dem nötigen Equipment ausstatten, so dass es morgen weiter gehen kann. Liebe Grüße aus Köln nach Osnabrück, Kreuznach, Bremerhaven und Broxten👣👍
Lars Schütt2017 June 23Reply
Hallo Phyllis Ich verfolge mit Bewunderung deinen Weg! Du gehst diesen Weg durch alle wiedrigkeiten und erträgst die Schmerzen. Aber Klagen und Aufgeben, für dich keine Option!! Dein Tun gibt hoffentlich vielen Menschen den Mut sich nicht aufzugeben, oder bei Rückschläge nicht die Flinte ins Korn zu werfen! Du zeigtst uns allen, dass man mit Selbstvertrauen, Mut und Willen stets sein Ziel erreichen kann! Nicht würde, könnte, sollte... DU machst! Meinen aller größten Respekt!!! Danke für das was du uns gibst und danke für das, was du schon gegeben hast! Meine besten Wünsche und Gedanken begleiten dich!!

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